Thieu/ Februar 9, 2017/ Szene, The Opinion/ 0Kommentare

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Mein Schulkollege hatte sich einen Golf GTI zugelegt! Knallrot, mit schottisch karierten Stoffsitzen!! Dank diesem Mobil pflügten wir durch’s Land und auch mal nach Italien. Autofahren machte Spass und gab uns das Gefühl von extremer Mobilität!!!

Heute fragt mich mein Sohn nur noch nach dem Auto, wenn er einem Girl Eindruck machen will. Ansonsten fährt er S-Bahn und SBB, wann und wo er will.

Wenn wir damals den Zug nehmen mussten war das eine Expedition: Die Verbindungen fuhren nicht im Takt, am Weekend anders als unter der Woche, an Feiertagen reduziert. Den Fahrplan musste man kaufen oder am Bahnhof studieren geben.

Einen Fahrplan braucht mein Sohn nicht. Die Züge fahren im Takt und Tag und Nacht. Öffentlicher Transport ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Und lässt zu, dass er dauernd online abzuchecken kann, wer was wo tut und wo er wann bei den Kollegen andocken kann.

Warum ich das erzähle? Die nächste Generation wird nicht primär das schicke Automobil anstreben, sondern die praktische Vernetzung mit ihren Peers. Sie ist lieber online mit Freunden als inline im Stau; die Marke des Mobile ist wichtiger als die Aussenfarbe des Mobils. Und die Schutzhülle des Phones aussagekräftiger als das Karo des Sitzbezugs.

Bye-bye, GTI.

Bernhard Weissberg sammelte 30 Jahre Erfahrung  in der Medienbranche als Gründer, Chefredaktor (u.a. Blick, SonntagsBlick) und Mitglied der Konzernleitung von Ringier. Er berät mit seiner Firma Weissberg Consulting Führungskräfte in allen Kommunikationsfragen (Positionierung, Aussensicht, Krisenkommunikation etc.).

 

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